Wer die Arbeiten zu den Brombeerfeldern mitverfolgt hat, dürfte wissen, dass ich spielend mehrere passable Szenen wochen- oder monatelang vor sich hinstauben lassen kann, ohne dabei nervös zu werden. Direkt nach der Fertigstellung habe ich zwei neue Szenen geschrieben – etwas sauer auf meine Kreativität, weil ich ursprünglich nicht gleich wieder Drama schreiben wollte.
Aber in Prosa war eine Fortsetzung nur schwer möglich und dann hatte ich plötzlich einen oder besser gesagt zwei Schlußmonologe fertig und in den letzten Tagen haben auch einige der neuen Charaktere an Gestalt zugewonnen.
Der ursprüngliche Cast umfasste noch siebzehn Rollen. Ich wollte mich ungern von den Charakteren der Brombeerfelder trennen, aber nun sind Isa, Pawel, Ben und Wilhelm dem Rotstift zum Opfer gefallen. Da waren es nur noch dreizehn.
Neben Juwel, Tamtam und einem weiteren alten Bekannten hat niemand das erste Stück überlebt. Die neue Rollen sind mir da natürlicher Weise noch sehr fremd. Also verwickelt man sie möglichst schnell in Dia- und Monologe.
Und da entwickelt so ein Stück ein gewisses Eigenleben. Die Figur der Kassandra sollte eigentlich nur einen Cameo-Auftritt bekommen. Jetzt hat sie einen der drei Eröffnungsmonologe (ja, ich mag die Dinger – nicht weil sie sich etwa einfacher schreiben ließen, sondern weil die Charaktere da sehr viel verlogener oder aufrichtiger sein können, als es in Dialogen möglich ist). Und sie wird die Handlung vorantreiben.
Wenn jemand eine Leseprobe haben möchte, dann kann er sich natürlich jederzeit melden – nur muß er mit einem gedanklichen Work in Progress-Stempel leben.